Willkommen bei der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde St.-Clemens auf Amrum

 

 

Sonntag Judika 29. März 2020

Gott wir fragen und suchen nach Deiner Gerechtigkeit. Und nach Zukunft. Lass Deine und unsere Zukunft von Deiner Gerechtigkeit gespeist sein.

AMEN

29.03.2020 – Sonntag Judika

Der Friede unseres Herrn Jesus Christus seit mit Euch – … .

Willkommen zur Andacht zum Sonntag Judika hier auf website der ev. Kirchengemeinde St. Clemens auf Amrum. Die Glocke aus Nebel ruft virtuell zur Andacht und ein Orgelvorspiel von Anne-Sophie Bunk auf der Becker-Orgel bringt uns in die Atmosphäre des Kirchraums, in dem wir jetzt gerne real zusammen wären. Das Foto oben zeigt, wie es zurzeit morgens in der St. Clemens Kirche aussieht. Die Osterkerze brennt als Zeichen der Auferstehung und des Lebens und es ist möglich, Kerzen für Gebetsanliegen anzuzünden.

Sie sitzen zu unterschiedlichen Zeiten vor dem Bildschirm und doch sind und bleiben wir im Glauben miteinander verbunden. Diese Gewissheit stärke der dreieinige Gott – Vater – Sohn und Heiliger Geist.

AMEN

Psalmworte aus Psalm 43

Schaffe mir Recht, Gott, und führe meine Sache gegen das treulose Volk

Und errette mich von den falschen und bösen Leuten.

Warum muss ich so traurig gehen, wenn mein Feind mich drängt?

Sende Dein Licht und Deine Wahrheit, dass sie mich leiten zu deiner Wohnung.

Was betrübst du dich, meine Seele, und bist so unruhig in mir?

Harre auf Gott; denn ich werde ihm noch danken, dass er meines Angesichts Hilfe und mein Gott ist.

Liedvorschlag: EG 602 – Harre meine Seele

Harre meine Seele – harre des Herrn; alles ihm befehle, hilft er doch so gern! Sei unverzagt, bald der Morgen tagt, und ein neuer Frühling folgt dem Winter nach.

In allen Stürmen, in aller Not wird er dich beschirmen, der treue Gott.

Harre meine Seele, harre des Herrn, alles ihm befehle, hilft er doch so gern!

Wenn alles bricht, Gott verlässt uns nicht, größer als der Helfer ist die Not ja nicht. Ewige Treue, Retter in Not, rett auch unsere Seele, du treuer Gott!

Text zum Sonntag: (Hebr 13,12-14)

Jesus hat, damit er das Volk heilige durch sein eigenes Blut, gelitten draußen vor dem Tor.

So lasst uns nun zu ihm hinausgehen vor das Lager und seine Schmach tragen. Denn wir haben hier keine bleibende Stadt, sondern die zukünftige suchen wir.

Vor der Tür zu sein ist ein zwiespältiges Gefühl: In der Sonne spazieren zu gehen – den Frühling zu genießen und doch zu wissen: Es ist so viel Unheil überall – der Corona-Virus legt das Leben lahm. Bringt Existenzen – oder das Weltwirtschaftsleben insgesamt – ins Wanken, Familien an den Rand des Wahnsinns. Viele Menschen haben Angst – um das Leben ihrer Lieben – und das Eigene und um die Zukunft.

Es war oft mehr die Vernunft, die Menschen dazu brachte, rauszugehen – Vitamin D zu tanken, sich zu bewegen – als der Genuss. Viele, die ich kurz traf sagten: Es geht mir gut – aber… Es ist schön, aber…

Mit diesem unsicheren „… aber…“ Gefühl sind wir unterwegs und wissen, dass wir die Schönheit hier gerade genauso wenig verdient haben, wie die vielen Menschen ihr Leid, die Überforderung und die Angst.

Vor der Tür: Das ist in der Regel nicht der Ort des Wohlfühlens, sondern der Ort der Ausgestoßenen. So wie die Armen, die außerhalb von sauberem Trinkwasser wohnen oder außerhalb der Grenzen an Zäunen warten und deren Krankenversorgung zu keinem Zeitpunkt gewährleistet ist.

Vor der Tür: Da hat Jesus gelitten. Das Leben der Ausgestoßenen hat er geteilt.

Daher sagen die ersten Christinnen und Christen, die sich im Hebräerbrief verständigt haben: „So lasst uns vor die Tür gehen.“ Draußen vor der Tür – das ist der christliche Ort des Lebens.

Ungesichert – ungeschützt.

Sie waren überzeugt: Die irdischen Stadtmauern schützen nicht, denn wir haben hier keine bleibende Stadt. Wir suchen die Zukunft.

Wie sieht die Zukunft aus? Wie geht das Leben mit (oder wenn es wahr werden könnte: Nach…) Corona weiter? Wann geht es weiter? Wie wird das Leben?

Allzu gerne hätten wir ein Bild davon und Antworten auf diese Fragen.

Damit wir unsere Städte wieder bauen können. Aus Steinen der Klarheit und des Vertrauens, die uns schützen. Damit Sicherheit uns begleitet.

Aber das kann jetzt nicht gelingen. Wir stehen draußen vor der Tür. Außerhalb der sicheren Gewissheiten.

Nur eines ist – seit dem Hebräerbrief vor fast 2000 Jahren klar:

Draußen vor der Tür – das ist der christliche Ort des Lebens. Hier treffen wir Jesus, den Erlöser. Wir sind ungesichert – ungeschützt. Genau dort ist aber auch eine der größten Gewissheit überhaupt:

Wir können nicht tiefer fallen – als nur in Gottes Hand.

Gebet:

Gott, hilf mir, dass ich in aller Ungewissheit und Angst nicht das Vertrauen verliere. Lass mich und die anderen besonnen bleiben. Bewahre die Schwachen und höre die Schreie derer, die zur Zeit Gewalt erleiden, gegen die keiner etwas tun kann.

Sei bei allen Kranken und Sterbenden mit Deiner Hoffnung auf Dein Licht.

Und stärke alle, die gegen die Corona-Virus Plage kämpfen mit besonderer Kraft.

Und halte uns verbunden in Nächstenliebe und Mitmenschlichkeit.

 

  • Gebetsstille mit eigenen Worten oder ohne…

 

Vater unser im Himmel geheiligt werde Dein Name. Dein Reich komme. Dein Wille geschehe wie im Himmel so auf Erden. Unser tägliches Brot gib uns heute und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern. Führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.

Denn Dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. AMEN

Und gehen Sie in die nächste Woche mit den besten Segenswünschen:

Der Herr segne Dich und behüte Dich.

Der Herr erleuchte das Angesicht über Dir und sei Dir gnädig.

Der Herr erhebe das Angesicht auf Dich und gebe Dir Frieden.

AMEN

Während der Zeit, in der wir nicht zum Gottesdienst in der Kirche zusammen kommen können empfehlen wir auch die Gottesdienste im Radio und im Fernsehen. Unter www.ekd.de finden Sie zahlreiche empfehlenwerte Hinweise – auch unter dem Stichwort: „Kirche zu Hause“. (für den aktuellen Sonntag: https://www.ekd.de/gottesdienstangebote-fuer-den-sonntag-judika-54508.htm)

Als Zeichen christlichen Lebens auf Amrum gibt es täglich – neben der geöffneten Kirche – noch zwei Aktionen:

Seit Montag Abend, den 23. März 2020 erklingt um 19 Uhr das Lied „Der Mond ist aufgegangen“ vom Turm der Kirche St. Clemens in Nebel. Aufgerufen zu dieser Aktion hat die Evangelische Kirche in Deutschland. Singen Sie in den Gärten, an den Fenstern oder zu Hause gerne mit. Viele Christinnen und Christen verbinden sich in diesem Moment durch dieses Lied. Keine/r ist allein.

Seit Sonntag, den 29. März 2020 beteiligen wir uns auf Amrum an der Aktion „Hoffnungsläuten“. Jeden Mittag um 12 Uhr wird für einige Minuten in Nebel die Glocke geläutet. Zu dieser Aktion haben die Bischöfinnen und Bischöfe der Nordkirche aufgerufen. In ganz Schleswig-Holstein, Hamburg und Mecklenburg-Vorpommern sollen mittags um 12 Uhr die Glocken läuten, als Zeichen von Hoffnung und Trost in schwerer Zeit. Jetzt kann das Läuten der Glocke zum Erinnerungsruf für alle werden, sich einmal am Tag Zeit zu nehmen, um in sich zu gehen, Fürbitte zu halten und Kraft zu schöpfen. Es ist an der Zeit, sich zu besinnen auf das, was tröstet und stärkt und uns weiterträgt angesichts dieser globalen Krise. Der Klang der Glock macht auch laut: Wir gehören zusammen! So wird Verbundenheit gestärkt. (Sagen Sie diese Bedeutung des Glockensläutens um 12 Uhr gerne weiter!)


Gott hat uns nicht gegen den Geist der Furcht, sondern der Kraft, der Liebe und der Besonnenheit. (2. tim 1,7)

Die Bundesrepublik Deutschland, das Land Schleswig-Holstein, die Ev.-Luth. Kirche in Norddeutschland und der Kirchenkreis Nordfriesland haben zahlreiche Anordnungen rund um das Leben in Zeiten der Infektionsgefahr mit dem Corona-Virus heraus gegeben.

Zur Besonnenheit des christlichen Lebens gehört es, diese auch in der Kirchengemeinde St. Clemens zu beachten und gleichzeitig Nächstenliebe und Gebet furchtlos wach zu halten.

Daher finden ab sofort keine regulären Gottesdienste mehr statt. Ebenso fallen ab sofort bis auf Weiteres alle Treffen im Clemens-Hüs (für Kinder, Menschen die Musik machen oder Gesprächskreise) mehr statt.

Die Kirchen (in Nebel und Wittdün) bleiben tagsüber als Ort des Gebets geöffnet, sonntags ruft die Glocke zum Gebet in Nebel.
Alle, die einen Ort suchen an dem sie die Nähe Gottes – auch gerade in der Krise – spüren möchten, sind in den Kirchen eingeladen. Es werden Andachtsblätter mit Liedern und Texten ausgelegt, die Betenden Anregung und Zuspruch geben. (Falls Sie für Ihre (sonn)täglichen Andachten und Gebet Ideen oder ein Gesangbuch (inkl. Anregungen) nutzen möchten, kommen Sie gerne auf einem Ihrer EInzel-Spaziergänge in der Kirche vorbei.)

Pastorin Martje Brandt wird sich regelmäßig in der Kirche aufhalten und für Gespräche und der Bitte um Gottes Segen zur Verfügung stehen. Wie immer können Sie seelsorgerliche Gespräch auch am Telefon führen (2389) oder Sie melden sich per E-mail: pastorin.brandt@amrum-kirche.de

Kirchenmusikerin Anne-Sophie Bunk wird größere Teile ihrer Arbeitszeit an die Orgel verlegen, so dass Betende immer wieder Unterstützung und Trost durch die Orgelmusik bekommen können. Halten Sie bitte Abstand und achten Sie darauf, dass nicht mehr als zwei Personen gleichzeitig in der Kirche anwesend sind.
Wenn Sie eine schriftliche Fürbitte oder einen Zuspruch für andere Betende in den ausliegenden Büchern hinterlassen wollen, bringen Sie bitte einen eigenen Stift mit.

Gottesdienste anlässlich von Beerdigungen finden nur noch im engsten Familienkreis unter freiem Himmel statt. Abkündigungen an die Gemeinde, Fürbitte und Musikwünsche werden in die Gottesdienste integriert, die wir nach der Krise wieder gemeinsam feiern werden.

Der Konfirmationsgottesdienst am 21. März 2020 findet nicht statt. Er wird in Rücksprache mit den Familien verschoben auf den 24. Oktober 2020.

Trotz aller Einschränkungen trägt uns als Kirchengemeinde das Gefühl der Verbundenheit untereinander. Auch wenn wir uns nicht mehr so viel direkt begegnen können, nehmen wir uns vor, in Fürbitte und nachbarschaftlichen Engagement für Einzelne und Bedürftige füreinander da zu sein. Ein Virus kann die christliche Gemeinschaft loser werden lassen –aber nicht zerstören.

Die Konfirmandinnen und Konfirmanden des Jahres 2020 haben sich das Motto geben: Mit dem Glauben ist niemals jemand allein.
Das trägt als Vorstellung auch durch Corona-Krisen Zeiten.
Möge es auch Ihnen Kraft geben.

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2020 – Das Jahr auf Amrum mit der St. Clemens Kirchengemeinde bis zur Einschränkung des Gemeindelebens:

Auf Amrum konnten wir in den letzten Wochen die ersten Höhepunkte des Jahres erleben. Das Kindermusical Paulus wurde erfolgreich von 26 Kindern und Musikern unter der Leitung unserer Kirchenmusikerin Anne-Sophie Bunk im Gemeindehaus in Norddorf aufgeführt. Eindrücklich wurde das Leben des Paulus und die Botschaft der Liebe dargestellt. Einen ausführlichen Bericht mit Fotos finden Sie auf der online-Zeitung: Amrum news.

Mit den Biake-Feuern eng verbunden war der Gottesdienst in friesischer Sprache. Ein TeamÖömrang sprechender Amrumer rund um Pastorin Brandt bereitete den Gottesdienst vor und führte ihn gemeinsam durch. Auch hierüber berichtete die Presse und die online-Zeitung: Amrum news.

Am 1. März feierten wir ein buntes Stiftungsfest mit Flöten, Trompeten und Posaunen. Viele langjährige Musikanten wurden geehrt und die Gemeinde erlebten einen gemütlichen gemeinsamen Nachmittag bei Kaffee und Kuchen.

Ebenfalls im März erlebten wir die Feier des Weltgebetstages aus Simbabwe.
Ein Team unter der Leitung von Bettina Schüssler hatte den Gottesdienst traditionell am ersten Freitag im März im Clemens-Hüs vorbereitet. „Steh auf und geh“ riefen die Frauen aus Simbabwe uns zu. Beim Familiengottesdienst zu dem Thema begeisterte die Steh-auf-Frau „Funny“ Kinder und Erwachsene. Sie machte die Kraft Gottes deutlich, die in uns wirkt und uns immer wieder Lebensmut schenkt. Lassen Sie sich auch davon tragen.

Bleiben Sie gesegnet und behütet. Ihr Martje Brandt, Pastorin

Falls Sie Fragen haben: Unter „Kontakt“ finden Sie eine Übersicht, wie Sie uns erreichen können.

Aktuelle Veranstaltungen

Informieren Sie sich doch hier über unser spannendes Projekt „ERZÄHLENDE GRABSTEINE AMRUM“