Ich steh an deiner Krippen hier

Musikalische Beobachtungen zum Weihnachtsboten

(Sie finden diesen auf unserer Homepage mit Notenbeispielen):

Der Text von Paul Gerhardt mit seinen 15 Strophen wurde im Laufe der Jahrhunderte verschiedenen Melodien zugeordnet:

Die ursprüngliche Zuordnung gehörte zur Melodie von „Nun freut euch, liebe Christeng’mein“

Im Schemellischen Gesangbuch verwendet Johann Sebastian Bach die heute bekannte Melodie:

 Eine weitere Melodie begegnet uns im Weihnachtsoratorium, ist aber auch schon bei Johann Eccard zu finden. Allerdings schmückte Bach diese noch reichlich aus:

Nun seid Ihr/ sind Sie dran: der abschließende Kanon lädt ein zum Mitsingen: nach einer Vorstellung und kurzen Wiederholung, gibt es eine dreistimmige Variante und eine kleine Überraschung erwartet Sie am Ende des Beitrages:

Ich wünsche Ihnen eine gesegnete und besinnliche Weihnachtszeit, die uns „Alle Jahre wieder“ doch besondere Momente beschert, auch wenn wir in dieser besonderen Situation vielleicht danach suchen müssen.

Bleiben Sie behütet und gesegnet,            

                                                                                     Ihre   Anne-Sophie Bunk

  1. Ich steh an deiner Krippen hier,

o Jesulein, mein Leben,

ich komme, bring und schenke dir,

was du mir hast gegeben.

Nimm hin, es ist mein Geist und Sinn,

Herz, Seel und Mut, nimm alles hin

und lass dir’s wohl gefallen.

 

  1. Du hast mit deiner Lieb‘ erfüllt

mein Adern und Geblüte;

dein schöner Glanz, dein süßes Bild

liegt mir ganz im Gemüte.

Und wie mag es auch anders sein:

Wie könnt ich dich, mein Herzelein,

aus meinem Herzen lassen?

 

  1. Da ich noch nicht geboren war,

da bist du mir geboren

und hast mich dir zu eigen gar,

eh ich dich kannt, erkoren:

Eh ich durch deine Hand gemacht,

da hast du schon bei dir bedacht

wie du mein wolltest werden.

 

  1. Ich lag in tiefster Todesnacht

du warest meine Sonne,

die Sonne, die mir zugebracht

Licht, leben, Freud und Wonne.

O Sonne, die das werte Licht

des Glaubens in mir zugericht‘,

wie schön sind deine Strahlen!

 

  1. Ich sehe dich mit Freuden an

und kann mich nicht satt sehen

und weil ich nun nicht weiter kann,

so tu ich, was geschehen.

O dass mein Sinn ein Abgrund wär

und meine Seel ein weites Meer,

dass ich dich möchte fassen!

 

  1. Vergönne mir, o Jesulein,

dass ich dein Mündlein küsse,

das Mündlein, das den süßen Wein,

auch Milch und Honigflüsse

weit übertrifft in seiner Kraft:

Es ist voll Labsal, Stärk und Saft,

der Mark und Bein erquicket.

 

  1. Wann oft mein Herz im Leibe weint

und keinen Trost kann finden,

da ruft mir’s zu: Ich bin dein Freund,

ein Tilger deiner Sünden.

Was trauerst du, mein Brüderlein?

Du sollst ja guter Dinge sein,

ich zahle deine Schulden.

 

  1. Wer ist der Meister, der allhier

nach Würdigkeit ausstreichet,

die Händlein, so das Kindlein mir

anlachende zureichet?

Der Schnee ist hell, die Milch ist weiß,

verlieren doch beid‘ ihren Preis,

wann diese Händlein blicken.

 

  1. Wo nehm‘ ich Weisheit und Verstand

mit Lobe zu erhöhen,

die Äuglein, die so unverwandt

nach mir gerichtet stehen?

Der volle Mond ist schön und klar,

schön ist der güldnen Sternen Schar:

Dies‘ Äuglein sind viel schöner.

 

  1. O dass doch so ein lieber Stern

soll in der Krippen liegen!

Für edle Kinder großer Herrn

gehören güld’ne Wiegen.

Ach Heu und Stroh ist viel zu schlecht:

Samt, Seide, Purpur wären recht,

dies Kindlein drauf zu legen.

 

  1. Nehmt weg das Stroh, nehmt weg das Heu:

Ich will mir Blumen holen,

dass meines Heilands Lager sei

auf lieblichen Violen.

Mit Rosen, Nelken, Rosmarin

aus schönen Gärten will ich ihn

von oben her bestreuen.

 

  1. Zur Seiten will ich hier und dar

viel weißer Lilien stecken.

Die sollen seiner Äuglein Paar

im Schlafe sanft bedecken;

doch liebt viel mehr das dürre Gras

dies Kindelein als alles das,

was ich hier nenn und denke.

 

  1. Du fragest nicht nach Lust der Welt

und nach des Leibes Freuden,

du hast dich bei uns eingestellt,

an unsrer Statt zu leiden.

Suchst meiner Seelen Herrlichkeit

durch Elend und Armseligkeit:

Das will ich dir nicht wehren.

 

  1. Eins aber, hoff ich, wirst du mir,

mein Heiland nicht versagen,

dass ich dich möge für und für

in, bei und an mir tragen.

So lass mich doch dein Kripplein sein:

Komm, komm und lege bei mir ein

dich und all deine Freuden.

 

  1. Zwar sollt ich denken, wie gering,

ich dich bewirten werde:

Du bist der Schöpfer aller Ding,

ich bin nur Staub und Erde;

Doch bist du so ein frommer Gast,

dass du noch nie verschmähet hast

den, der dich gerne siehet.

 

Er ist da – unser neuer Yamaha-Flügel

 

Große Spannung und Vorfreude lagen in der Luft, als am vergangenen Montag, 26. Oktober, unser neuer Flügel geliefert wurde, aus dem „Pianohaus Trübger“ in Hamburg direkt nach Amrum.

Mitte August waren Anne-Sophie Bunk und ihre Kollegin gereist, um sich verschiedene Instrumente anzuschauen und auch anzuspielen, dieser Flügel war dabei der absolute Favorit unter acht Weiteren.

Nun blieb die große Frage: wie finanzieren wir solch ein neues Instrument?

Die unglaubliche Beteiligung vieler, vieler Menschen, Liebhaber der Amrumer Kirchenmusik von nah und fern haben das möglich gemacht – ein ganz herzliches Dankeschön geht hier an über 150 Tasten- und Tonpatinnen und -paten, sowie weitere Spender für Zubehör und Raumbefeuchtungssystem. Mit insgesamt 28.000 € ist der Flügel demnach also Ihr Geschenk an unsere Kirchengemeinde. Das ist großartig, faszinierend und ein bisschen unglaublich!

Er ist jetzt da, unser neuer Yamaha-Flügel C2x und die Begeisterung für den wunderbaren Klang des Instrumentes lässt sich fast täglich hören, wenn unsere Kirchenmusikerin wieder einmal nicht die Finger von den Tasten lassen kann

Überzeugend ist für sie vor allem die Ausgeglichenheit der Lagen: hohe und tiefe Töne unterscheiden sich kaum in Lautstärke und Klangfarbe, damit lassen sich auch große Werke sehr gut spielen. Etwas Gewöhnung braucht es vielleicht beim Anschlag der Tasten. Hier sorgt ein relativ großer Tiefgang für sehr differenzierte Möglichkeiten für den Spieler/die Spielerin. „Man sollte sich etwas Zeit gönnen, das Instrument richtig kennen zu lernen und dem Flügel auch noch Zeit geben, sich einzugewöhnen und einzuspielen“ erklärt Anne-Sophie Bunk.

Es ist also trotz großer Euphorie also auch noch einiges an Arbeit, sich vertraut zu machen, dann aber werden alle SpenderInnen die Freude haben, durch eine CD Anteil an unserer Freude zu nehmen. Vier Werke wird Anne-Sophie Bunk für Sie einspielen:

  1. Satz aus dem „Italienischen Konzert“ von Johann Sebastian Bach,
  2. Satz aus der Sonate F-Dur von Wolfgang Amadeus Mozart,

Prelude aus der „Suite bergamsque“ von Claude Debussy und

„Play it“ von Michael Schütz.

Es wird bald auch eine Tafel im St.-Clemens-Hüs geben auf der alle SpenderInnen, so wie derzeit im Internet, genannt sind. Ein herzlicher Dank geht hier an unseren Grafiker und Webmaster Peter Lückel (Paddelgrafik), da er sich während der dreiwöchigen Spenden-Aktion täglich(!) um die Aktualisierung der Homepage gekümmert hat, damit alles möglichst schnell und korrekt online einzusehen ist.

Im abschließenden Trailer können Sie einen ersten Eindruck vom Instrument bekommen und es klingt schon einmal ein kleines Stück aus dem „Prelude“ von Debussy für Sie an – viel Freude beim Schauen und Hören.

Wir freuen uns sehr über unseren musikalischen „Zuwachs“ in der Kirchengemeinde, der uns nun in allen musikalischen Bereichen unterstützen wird. Außerdem ist es auch schön, dass der gebrauchte Hoffmann-Flügel auf der Insel bleibt und wir Diesen in gute Hände abgeben können, sodass er nach einigen Reparaturen hoffentlich noch Freude machen wird.

„Das ist ein köstlich Ding, dem Herren danken und lobsingen deinem Namen …“ so versteht sich Kirchenmusik hier auf der Insel; als der Raum, in dem wir gemeinsam durch Musik und in der Musik zusammenkommen, mithörend, mitgestaltend und mitmachend, zum Lobe Gottes und als klingender Moment für den weiteren Weg durch das Leben.

Unser musikalisches Angebot:

  • Musikalische Abendfeiern und Gästechor
  • Konzerte: Orgelkonzerte in St.-Clemens Orgelmetten und Veranstaltungen in der Ev. Kapelle in Wittdün
  • Posaunenchor und Jungbläserarbeit
  • Kirchenchor
  • Gospelkids
  • Flötenkreis und Flötenkinder
  • Kinderchöre

Informieren Sie sich doch hier über unser spannendes Projekt “ERZÄHLENDE GRABSTEINE AMRUM”