Willkommen bei der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde St.-Clemens auf Amrum

 

Gottesdienst zum Sonntag 05.07.2020

(an der Orgel: Kirchenmusikerin Anne-Sophie Bunk, Texte: Pastorin Martje Brandt)

Orgelvorspiel:  Allegro aus Orgelsonate D-Dur – Carl Philipp Emanuel Bach

Herzlich willkommen zum vierten Sonntag nach Trinitatis von Amrum aus für alle, die vorbei schauen!

In dieser Woche begleitet uns auf Amrum die Erschütterung, dass zwei Menschen, die hier Erholung suchten und Schwimmen gegangen waren, nicht mehr mit ihrer Familie zusammen nach Hause kommen, sondern verstorben sind. Unsere Gebete und unser Gedenken gilt den Verstorbenen und ihren Familien. Von hier aus senden wir Wünsche des Trostes und der Geborgenheit in alles hinein, was sie jetzt aushalten müssen. Wir schließen sie und alle, die helfen und retten wollten in unsere Fürbitte ein (s. Video am Ende dieses Gottesdienstes) und bitten Gott um Frieden.

So manche Seele hat in der letzten Woche von Amrum aus zu Gott geschrieen, wie es Psalm 42 beschreibt:

Psalm 42: Wie der Hirsch schreit nach frischem Wasser, so schreit meine Seele, Gott, zu dir. Meine Seele dürstet nach Gott, nach dem lebendigen Gott. Wann werde ich dahin kommen, dass ich Gottes Angesicht schaue? Meine Tränen sind meine Speise Tag und Nacht, weil man täglich zu mir sagt: Wo ist nun dein Gott? Daran will ich denken und ausschütten mein Herz bei mir selbst: Wie ich einherzog in großer Schar, mit ihnen zu wallen zum Hause Gottes mit Frohlocken und Danken in der Schar derer, die da feiern. Was betrübst du dich, meine Seele und bist so unruhig in mir? Harre auf Gott; denn ich werde ihm noch danken, dass er mir hilft mit seinem Angesicht.

Mögen alle unruhigen Seele ihren Schrei in diesem Psalm vor Gott gebracht sehen und wieder Vertrauen fassen in Gottes Gegenwart, Gnade und Liebe.

DIe Verse von Psalm 42 werden aufgenommen im Lied: Harre, meine Seele… Das seelenstärkende Lied steht im Gesangbuch unter der Nummer 602 – sie finden den Text auch unter dem Video:

1. Harre, meine Seele, harre des Herrn; alles ihm befehle, hilft er doch so gern! Sei unverzagt, bald der Morgen tagt, und ein neuer Frühling folgt dem Winter nach. In allen Stürmen, in aller Not wird er dich beschirmen, der treue Gott.

2. Harre, meine Seele, harre des Herrn; alles ihm befehle, hilft er doch so gern! Wenn alles bricht, Gott verlässt uns nicht; größer als der Helfer ist die Not ja nicht. Ewige Treue, Retter in Not, rett auch unsre Seele, du treuer Gott!

 

Fürbitte ist eine gute Art, auf andere zu achten, wenn unsere Hände nichts tun können. Das Evangelium schenkt uns heute auch noch einen weiteren Blick darauf, was das genau bedeuten kann. (Lk 6, 36-42)

Jesus sprach: Seid barmherzig, wie auch euer Vater barmherzig ist. Und richtet nicht, so werdet ihr auch nicht gerichtet. Verdammt nicht, so werdet ihr nicht verdammt. Vergebt, so wird euch vergeben. Gebt, so wird euch gegeben. Ein volles, gedrücktes, gerütteltes und überfließendes Maß wird man in euren Schoß geben; denn eben mit dem Maß, mit dem ihr messt, wird man euch zumessen. Er sagte ihnen aber auch ein Gleichnis: Kann denn ein Blinder einem Blinden den Weg weisen? Werden sie nicht alle beide in die Grube fallen? Ein Jünger steht nicht über dem Meister, wer aber alles gelernt hat, der ist wie sein Meister. Was siehst du den Splitter in deines Bruders Auge, aber den Balken im eigenen Auge nimmst du nicht wahr? Wie kannst du sagen zu deinem Bruder: Halt still, Bruder, ich will dir den Splitter aus deinem Auge ziehen, und du siehst selbst nicht den Balken in deinem Auge? Du Heuchler, zieh zuerst den Balken aus deinem Auge, danach kannst du sehen und den Splitter aus deines Bruders Auge ziehen.

Christinnen und Christen fallen in ihrem Leben durchaus auf – vor allem, wenn Sie Verhaltensideen von Jesus wirklich in die Tat umsetzen. Nicht selten wird schon die Vorstellung davon, etwas wirklich zu tun was Jesus gesagt hat, für unvorstellbar gehalten. In der letzten Konfirmationsunterrichtsstunde vor den Ferien spielte auf Amrum kurz die Aufforderung Jesus eine Rolle: Wenn einer Dich auf die eine Backe schlägt, dann halte ihm auch die andere hin. Die Konfis 21 waren sich einig: Das wäre doch nur eine Einladung ganz zusammen geschlagen zu werden – das würden sie nicht tun, sie wären ja nicht blöd. Ja, manchmal erscheint es sogar so als wäre man blöd, wenn es darum geht, Jesu Ideen in die Tat umzusetzen. Zum Glück ziehen viele Menschen mit Jesus an einem Strang, wenn er sagt: Die Nächsten – also die Menschen, mit denen Du zusammentriffst – sind mit Liebe zu behandeln – Nächstenliebe. Ich würde sogar betonen: Alle Menschen sind alle Liebe im Umgang wert. Alle Leben zählen alles. Was für ein Armutszeugnis für den weißen Teil der Menschheit, dass es ihnen erst wieder ins Bewusstsein gebracht werden muss, dass alle Leben wirklich alle meinen. „Black lives matter!“ Im Evangelium heute wird das Wort „Nächstenliebe“ ein Stück weit konkretisiert. Richtet nicht! Wertet nicht ab. Haltet Eure Bewertungen für Euch. Das würde auffallen: Stellt Euch nur einmal kurz vor: Keiner würde mehr an anderen rumkritisieren. Und anstatt auf die Fehler meines Gegenübers hinzuweisen, gucke ich erstmal, was ich vielleicht anders machen könnte… Ja – das würde auffallen und ein großartiger Beitrag zum Frieden in der Welt werden. Und es wäre kein Stückchen blöd. Nur ungewohnt. Ganz und gar ungewohnt. Für alle. Aber durch und durch christlich. Lasst uns die WIrkung ausprobieren.

Der Gottesdienst zum Mitgehen für die Woche ab dem 5. Juli schließt mit dem Fürbittengebet und dem Vater unser. Lasst uns gemeinsam Fürbitte halten – die Fürbitte mit Vater unser finden Sie im folgenden Video:

Vom 23. März bis zum 09. Mai 2020 erklang zum Trost und inneren Stärkung der christlichen Gemeinde jeden Abend auf Amrum um 19 Uhr das Lied: „Der Mond ist aufgegangen“ vom/vorm Turm der St. Clemens Kirche. Es fanden sich an jedem Abend Einzelne, die auf Ihrem Spaziergang hier Station machten und mitsangen. Mit diesem kleinen Abendritual konnten wir uns gegenseitig helfen, die Zwangspause von Gemeinschaft durch das Kontaktverbot aufgrund der Corona-Pandemie durchzuhalten.

Mit den folgenden Dateien können Sie dieses Ritual für sich zu Hause weiter fortführen.

1. Der Mond ist aufgegangen, die goldnen Sternlein prangen am Himmel hell und klar. Der Wald steht schwarz und schweiget, und aus den Wiesen steiget der weiße Nebel wunderbar.

2. Wie ist die Welt so stille und in der Dämmrung Hülle so traulich und so hold als eine stille Kammer, wo ihr des Tages Jammer verschlafen und vergessen sollt.

3. Seht ihr den Mond dort stehen? Er ist nur halb zu sehen und ist doch rund und schön. So sind wohl manche Sachen, die wir gestrost belachen, weil unsre Augen sie nicht sehn.

4. Wir stolzen Menschenkinder sind eitel arme Sünder und wissen gar nicht viel. Wir spinnen Luftgespinste und suchen viele Künste und kommen weiter von dem Ziel.

5. Gott, lass dein Heil uns schauen, auf nichts Vergänglichs trauen, nicht Eitelkeit uns freun; lass uns einfältig werden und vor dir hier auf Erden wie Kinder fromm und fröhlich sein.

6. Wollst endlich sonder Grämen aus dieser Welt uns nehmen durch einen sanften Tod; und wenn du uns genommen, lass uns in‘ Himmel kommen, du unser Herr und unser Gott.

7. So legt euch denn, ihr Brüder, in Gottes Namen nieder; kalt ist der Abendhauch. Verschon uns, Gott, mit Strafen und lass uns ruhig schlafen. Und unsern kranken Nachbarn auch!

Gott segne die Ruhe der Nacht und schenke uns Frieden. AMEN

 

 

Oder Sie können sich zur Erinnerung und für einen EIndruck von der Aktion folgendes Video ansehen:

Aktuelle Veranstaltungen

Das nächste Orgelkonzert findet statt am 18. Und 19.07. jeweils 20:00 Uhr in der Wittdüner Kapelle (bitte Hygieneauflagen beachten, um Anmeldung wird gebeten unter Tel.: 04682 1034 oder Mail: kirchenmusik@amrum-kirche.de)

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Informieren Sie sich doch hier über unser spannendes Projekt „ERZÄHLENDE GRABSTEINE AMRUM“