Willkommen auf unserer Gottesdienstseite ...

Gottesdienst im Spätsommer auf Amrum

Musik zum Beginn: “Lento und Con spirito” aus Divertimento da amera von G.B. Bonocini (Flöte Gesa Wangenheim, Orgel: Anne-Sophie Bunk)

Willkommen auf der Gottesdienstseite der ev. Kirche auf Amrum. Auf dieser Seite bieten wir Ihnen Lieder, Texte, Musik und Gebete aus aufgezeichneten Gottesdiensten der Sommerwochen auf Amrum an. Feiern Sie ihn hier gerne mit und klicken Sie die Teile an, die Sie mitfeiern wollen. Wenn die Datei ein Lied beinhaltet, finden Sie den Text unterhalb des Videos zum Mitsingen. Auf Handys lassen sich die Videos in kleinen Extrafenstern abspielen. So können Sie den Text gleichzeitig lesen und mitsingen oder mitsprechen. In Schleswig-Holstein konnten wir uns durch den Sommer wieder über mehr Dinge freuen, die wir in der Kirche unter Wahrung der Auflagen zur Schutz vor der Corona-Pandemie, erleben durften. MusikerInnen konnten uns einzeln oder in Hausgemeinschaften ihre Musik schenken, den Psalm konnten wir wieder gemeinsam sprechen und – mit Maske! – konnten wir wieder gemeinsam Singen. So wurden auch diese Video-Gottesdienst-Dateien nach und nach lebendiger. Gemeinde war wieder zu hören und mit zu erleben. So können Sie auch am Bildschirm teil der Gottesdienstgemeinde sein. So soll es auch mit den Dateien sein, die Sie jetzt hier finden. Wir haben Ihnen einige Angebote von Pfingsten bis zum 19. August hier auf der Seite zusammengestellt. Den Abschluss bildet das neu von Anne-Sophie Bunk am  Flügel im Clemens-Hüs eingespielte “Claire de Lune” von Claude Debussy unterlegt mit Fotos des beeindruckenden Sommer-Vollmonds 2021 von Jessica Diedrich. Weitere Namen der Beteiligten finden Sie jeweils bei den Dateien.

Im Laufe dieses Gottesdienstes finden Sie folgende Lieder zum Mitsingen: Die Erde ist des Herrn, Ach bleib mit Deiner Gnade, Wer Gott folgt riskiert seine Träume, Gott gab uns Atem, Meine engen Grenzen

Wir feiern den Gottesdienst im Namen Gottes – des Schöpfers stolzen Lebens, im Namen Jesu, der uns Demut und Gewaltlosigkeit vorlebte und im Namen des Heiligen Geistes – des Pool neuer Ideen bis heute. AMEN

Im folgenden Video begrüßt Sie Pastorin Brandt vor der St. Clemens Kirche zu diesem Gottesdienst noch einmal persönlich.

Ein zweites Stück Musik zum Hineinkommen: Largo und Vivace von G.B. Bonocini (Flöte: Gesa Wangenheim, Orgel: Anne-Sophie Bunk) 

Lieder zum Beginn:  Die Erde ist des Herrn und Ach bleib mit Deiner Gnade

1. Die Erde ist des Herrn. Geliehen ist der Stern, auf dem wir leben. Drum sei zum Dienst bereit, gestundet ist die Zeit, die uns gegeben.

2. Gebrauche deine Kraft. Denn wer was Neues schafft, der lässt und hoffen. Vertraue auf den Geist, der in die Zukunft weist, Gott hält sie offen.

3. Geh auf den andern zu. Zum ich gehört ein du um wir zu sagen. Leg deine Rüstung ab. Weil Gott uns Frieden gab, kannst du ihn wagen.

4. Verlier nicht die Geduld. Inmitten aller Schuld ist Gott am Werke. Denn der in Jesus Christ ein Mensch geworden ist, bleibt unsre Stärke.

1. Ach bleib mit Deiner Gnade bei uns Herr Jesu Christ, dass uns hinfort nicht schade des bösen Feindes List.

2. Ach bleib mit deinem Worte bei uns, Erlöser wert, dass uns sei hier und dorte dein Güt und Heil beschert.

3. Ach bleib mit deinem Glanze bei uns, du wertes Licht; dein Wahrheit uns umschanze, damit wir irren nicht.

4. Ach bleib mit einem Segen bei uns, du reicher Herr; den Gnad und alls Vermögen in uns reichlich vermehr.

5. Ach bleib mit deinem Schutze bei uns, du starker Held, dass uns der Feind nicht trutze noch fäll die böse Welt.

6. Ach bleib mit deiner Treue bei uns, mein Herr und Gott, Beständigkeit verleihe, hilf uns aus aller Not.

 

Eingangsgebet – das finden Sie im nächsten Video – wir beten gemeinsam:

Psalm 103: Im Video sprechen wir ihn gemeinsam, zum Mitsprechen finden Sie den Text unterhalb des Videos.

aus Psalm 103: Lobe den Herrn, meine Seele und was in mir ist, seinen heiligen Namen! Lobe den Herrn, meine Seele und vergiss nicht, was er dir Gutes getan hat: der dir alle deine Sünde vergibt und heilet alle deine Gebrechen, der dein Leben vom Verderben erlöst, der dich krönet mit Gnade und Barmherzigkeit, der deinen Mund fröhlich macht und du wieder jung wirst wie ein Adler. Der Herr schafft Gerechtigkeit und Recht allen, die Unrecht leiden. Er hat seine Wege Mose wissen lassen, die Kinder Israel sein Tun. Barmherzig und gnädig ist der Herr geduldig und von großer Güte. Er wird nicht für immer hadern noch ewig zornig bleiben. Er handelt nicht mit uns nach unsern Sünden und vergilt uns nicht nach unsrer Missetat. Denn so hoch der Himmel über der Erde ist, lässt er seine Gnade walten über denen, die ihn fürchten. So fern der Morgen ist vom Abend, lässt er unsere Übertretungen von uns sein. Wie sich ein Vater über Kinder erbarmt, so erbarmt sich der Herr über die, die ihn fürchten.

Hören Sie die Lesung aus der Apostelgeschichte im 9. Kapitel:

Im folgenden Video hören Sie die Ansprache von Pastorin Brandt zum Thema: “Paulus blinde Besinnungszeit zum Durchgrünen”

Lieder  Wer Gott folgt riskiert seine Träume und Gott gab uns Atem

1. Wer Gott folgt, riskiert seine Träume, setzt eigene Pläne aufs Spiel. Auch als Verlierer kommt ihr nicht zu kurz. Gott bringt euch an sein gutes Ziel. Vertraut auf den Herrn für immer, denn er ist der ewige Fels. Vertraut auf den Herrn für immer, denn er ist der ewige Fels.

2. Auch mit Gott gerät man in Krisen, Probleme, die unfassbar sind. Trotz aller Zweifel seid dennoch gewiss: Er schläft nicht und sorgt für sein Kind. Vertraut auf den Herrn für immer, denn er ist der ewige Fels. Vertraut auf den Herrn für immer, denn er ist der ewige Fels.

3. Wo feststeht, dass alles im Fluss ist, schwimmt vielen der Glaube mit fort. Gott ist unwandelbar, denn er ist Gott. Seid sicher: Der Herr hält sein Wort. Vertraut auf den Herrn für immer, denn er ist der ewige Fels. Vertraut auf den Herrn für immer, denn er ist der ewige Fels.

4. Die Mächtigen kommen und gehen, und auch jedes Denkmal mal fällt. Bleiben wird nur, wer auf Gottes Wort steht, dem sichersten Standpunkt der Welt. Vertraut auf den Herrn für immer, denn er ist der ewige Fels. Vertraut auf den Herrn für immer, denn er ist der ewige Fels.

5. Und lehrt eure Kinder das eine, dass über Gott keiner mehr steht, dass auch der Größte klein beigeben muss, wenn Gott kommt und alles vergeht. Vertraut auf den Herrn für immer, denn er ist der ewige Fels. Vertraut auf den Herrn für immer, denn er ist der ewige Fels.

1. Gott gab uns Atem, damit wir leben, er gab uns Augen, dass wir uns sehn. Gott hat uns diese Erde gegeben, dass wir auf ihr die Zeit bestehn. Gott hat uns diese Erde gegeben, dass wir auf ihr die Zeit bestehn.

2. Gott gab uns Ohren, damit wir hören, er gab uns Worte, dass wir verstehn. Gott will nicht diese Erde zerstören. Er schuf sie gut, er schuf sie schön. Gott will nicht diese Erde zerstören. Er schuf sie gut, er schuf sie schön.

3. Gott gab uns Hände, damit wir handeln, er gab uns Füße, dass wir fest stehn. Gott will mit uns die Erde verwandeln. Wir können neu ins Leben gehn. Gott will mit uns die Erde verwandeln. Wir können neu ins Leben gehn.

Die zweite Lesung steht beim Evangelisten Lukas im 18. Kapitel:

„Gottlob, dass ich kein Pharisäer bin!“
Predigt zu Lukas 18,9-14 von Björn Blumenhagen

„Gnade sei mit euch und Friede von dem, der da ist und der da war und der da kommt.“[1]  Amen

Liebe Gemeinde, dieser Text funktioniert nicht mehr. Was gerade eben gelesen worden ist, der heutige Predigttext, ist zwar interessant, hat aber seine Wirkung verloren. Die Handlung ist vorhersehbar. Doch lasst uns gemeinsam rekapitulieren, was wir da gerade gehört haben:

Lukas präsentiert uns hier eine Geschichte, die Jesus erzählt haben soll. Es heißt, dass er zu einem Publikum sprach, das sehr von sich selbst überzeugt war: Menschen, die glaubten, ein sehr frommes und vorbildliches Leben zu führen, aber gleichzeitig nicht lange damit zögerten, andere zu verurteilen. Ihnen also erzählte Jesus ein Gleichnis über zwei Menschen, die sich zum Beten in den Jerusalemer Tempel begaben.

Der Tempel – ein imposantes Bauwerk! Zur Zeit Jesu war er die größte Tempelanlage im Mittelmeerraum. Und er war das zentrale Heiligtum Gottes. Der Tempel galt als der Ort, an dem man Gott am nächsten kam und an dem man sich von seinen Sünden befreien konnte.

Hierher kamen ein Pharisäer und ein Zolleinnehmer. Pharisäer*innen waren angesehene Menschen. Ihrem Ruf nach waren sie sehr gebildet und heute würde man vielleicht sagen „bibelfest“ und „gesetzestreu“: Sie legten die Gebote der hebräischen Bibel sehr streng aus – etwas, was sie übrigens mit Jesus gemeinsam hatten. Sie waren Intellektuelle, spendeten viel und waren  Teil der gehobenen Gesellschaft. Ganz anders der Zöllner: Den Zolleintreibenden wurde es übelgenommen, dass sie mit der römischen Besatzungsmacht zusammenarbeiteten. Diese forderte feste Summen, die die Zolleintreibenden an sie zu zahlen hatten. Diese wiederrum legten die Zölle so fest, dass sie die Abgaben und ihren Lebensunterhalt bestreiten konnten. Deshalb standen sie, oft zu Unrecht, unter dem Verdacht, ihre Mitmenschen zu betrügen und auszunehmen. Ob der Zöllner in Jesu Geschichte nun ehrlich oder betrügerisch war, lässt sich nicht sicher sagen. Aber sein Gebet zeigt, dass er nicht sehr stolz auf sein Handeln ist. Darin unterscheiden sich der Pharisäer und Zöllner gewaltig.

Der Pharisäer stellt sich aufrecht und selbstbewusst in Mitten des Tempels hin und bringt ein Gebet vor, in dem er Gott dankt. Er dankt ihm, kein Dieb, Betrüger, untreu oder wie dieser Zöllner zu sein. Sein Gebet ist kein Gespräch mit Gott, sondern ein Monolog. Viele Worte findet er dafür, sich selbst auf- und die genannten Menschen abzuwerten. Er wirkt überheblich und selbstgerecht. Der Zöllner hingegen bescheiden und demütig: Er traut sich nicht, weit in den Tempel hineinzugehen und sich so dem Allerheiligsten zu nähern. Nahe beim Eingang bleibt er stehen und schaut betreten zu Boden. Er schlägt sich als Zeichen von Reue auf seine Brust und spricht nur wenige Worte: „Gott, sei mir Sünder gnädig!“

Für uns ist die Sache klar. Beinahe hätte es Jesu abschließende Worte nicht gebraucht. Natürlich wissen wir, wessen Gebet das bessere war: Der Zöllner ist es, dem Gott sein Gehör geschenkt hat. Selbstgerechtigkeit zahlt sich nicht aus, besser ist es auf Gott zu vertrauen. Eine schöne Lehre und eine nette Geschichte, oder nicht? Eben. Ich glaube, diese Geschichte funktioniert heute nicht mehr. Sie tritt uns nicht mehr auf den Schlips. Sie ist nicht mehr unbequem. Eugen Roth schrieb einst folgendes kurzes Gedicht mit dem Titel „Der Salto“:

„Ein Mensch betrachtete einst näher
die Fabel von dem Pharisäer,
der Gott gedankt voll Heuchelei
dafür, dass er kein Zöllner sei.
Gottlob! rief er in eitlem Sinn,
dass ich kein Pharisäer bin!“ [2]

Soll ich ehrlich sein? Ich selbst habe Ähnliches gedacht, als ich diesen Text zur Vorbereitung gelesen habe. „Gottlob bin ich kein Pharisäer.“ Dabei glich mein selbstgefälliges Lächeln seinem Selbstlob. Es fiel mir leicht, andere im Pharisäer wiederzuerkennen. Für die damaligen Zuhörenden war es ein Skandal, dass ausgerechnet ein vermeintlich korrupter Zöllner der Held der Geschichte und der ehrbare Pharisäer der Schlechte sein solle. Wenig, eigentlich nichts ist von diesem Skandal heute noch zu spüren. Stattdessen denkt man vielleicht an den im Baum hockenden Zöllner Zachäus, der Jesus und seine Jünger*innen zu sich nach Hause einlud und zu einem gerechten und großzügigen Menschen wurde. Ein Sympathieträger. Demgegenüber wird der Begriff „Pharisäer“ vor allem als ein anderes Wort für „Heuchler“ benutzt. So kam ja auch das gleichnamige friesische Getränk auf Nordstrand zu seinem Namen. Im Laufe der Zeit wurde „Pharisäer“ zu einem abwertenden Begriff und wurde auch antisemitisch verwendet.

Heute wie damals sind „Zöllner“ und „Pharisäer“ vorurteilsbelastete Stereotype. Darauf setze Jesus und wollte sein Publikum überraschen. Doch während man sich damals lieber mit dem Pharisäer identifizierte, den Zöllner verachtete und sich deshalb empörte, ist es heute umgekehrt und so schafft der Text es nicht, uns aus unserem selbstzufriedenen Gefühl herauszuholen. Die unbequeme Wahrheit ist, dass die Botschaft dieses Gleichnisses im Gegensatz dazu nichts an seiner Aktualität eingebüßt hat: Stolz und Hochmut stehen zwischen uns und Gott, das sagt Jesus in diesem Text ganz klar. Noch heute will er dazu anregen, an sich selbst zu arbeiten, Vorurteile und Selbstgerechtigkeit abzubauen. Das ist nicht leicht, aber es lohnt sich! Und wenn man sich von diesem Gleichnis neu ertappt fühlt, kann man sich von diesem Text auch neu trösten lassen: Gott ist uns Sünder*innen gnädig. Bedingungslos. Und das ist, was am Ende wirklich zählt. Amen

„Gott gebe euch viel Barmherzigkeit und Frieden und Liebe!“[3] Amen

[1] Offenbarung 1,4.

[2] Aus: Eugen Roth, Mensch und Unmensch, 1948.

[3] Judas 1,2.

 

Es folgt ein Video mit Quartettgesang: Verleih uns Frieden gnädiglich – von Felix Mendelssohn-Bartholdy (Christiane und Regina Pohl, Katrin und Meinolf Herting)

Lied: Meine engen Grenzen

1. Meine engen Grenzen, meine kurze Sicht bringe ich vor dich. Wandle sie in Weite, Herr, erbarme dich.

2. Meine ganze Ohnmacht, was mich beugt und lähmt, bringe ich vor dich. Wandle sie in Stärke, Herr, erbarme dich.

3. Mein verlornes Zutraun, meine Ängstlichkeit bringe ich vor dich. Wandle sie in Wärme, Herr, erbarme dich.

4. Meine tiefe Sehnsucht nach Geborgenheit bringe ich vor dich. Wandle sie in Heimat, Herr, erbarme dich.

 

Im folgenden Video finden Sie ein Fürbittengebet und Sie sind eingeladen, das Vater unser mit zu beten. Im Anschluss daran wird Ihnen der Segen zugesungen.

Zum Ausklang des Gottesdienstes hören Sie “Claire du Lune” von Claude Debussy (Flügel: Anne-Sophie Bunk zu Fotos von Jessica Diedrich)

Sie mögen sich noch an weitere Musik aus dem Sommer erinnern? Genießen Sie Weiter: “La follia” von Antonio Vivaldi (Flöte: Andrea Haupt, Geige: Cornelia Kneser, Orgel: Anne-Sophie Bunk)

Sie mögen sich noch an weitere Musik aus dem Sommer erinnern? Genießen Sie Weiter: Prelude in classic style von Gordon Young – (Clemens Koletzko, 14)

Sie mögen sich noch an weitere Musik aus dem Sommer erinnern? Genießen Sie Weiter: “Ein Blatt im Wind” von Sabine Schumacher (Harfe: Sabine Schumacher, Querflöte: Ulrich Schumacher)

Sie mögen sich noch an weitere Musik aus dem Sommer erinnern? Genießen Sie Weiter: Never give up upon your dreams  Thomas Bergersen  (Familie Halberstadt)

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