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Gottesdienst für Oktober – DANKE!

(Orgel: Anne-Sophie Bunk, Texte: Martje Brandt, Fotos und Bilder: Konfis 21)

Vorpspiel: 1. Satz Triosonate in C-Dur J.S. Bach (folgt)

Lobe den Herrn, meine Seele und vergiss nicht, was er Dir Gutes getan hat. Danket unserem Gott.

Herzlich willkommen im Gottesdienst auf der Internetseite der St. Clemens-Kirchengemeinde auf Amrum! Mit diesem (Ernte-)Dankgottesdienst für den Oktober laden wir Sie ein, mit uns zu feiern. Alles, was Grund zur Lebensfreude ist. Ihr Leben und jedes Leben auf dieser Welt. Mit der Klage in Seele und Herz für alles, was jetzt schwer, unwirklich und bedrohlich ist. Mit der Klage in Seele und Herz für alles, was langsam zu viel wird. Mit der Klage in Seele und Herz, wo das Leben mit Füßen getreten wird. In all diesen Klagen fühlt es sich gut an, nicht zu vergessen und zu übersehen, was Gott an Leben schenkt und will. Was Gutes da ist, was uns den Weg zeigt in und durch jede Klage. Danke Gott für diese Möglichkeit.

Lasst uns beten:

Psalm 104 (Sie können ihn gern mit dem oberen Video zusammen beten)

Lobe den Herrn, meine Seele! Herr, mein Gott, du bist sehr groß. Du lässest Brunnen quellen in den Tälern, dass sie zwischen den Bergen dahinfließen, dass alle Tiere des Feldes trinken und die Wildesel ihren Durst löschen. Darüber sitzen die Vögel des Himmels und singen in den Zweigen. Du tränkst die Berge von oben her, du machst das Land voll Früchte, die du schaffest. Du lässest Gras wachsen für das Vieh und Saat zu Nutz den Menschen, dass du Brot aus der Erde hervorbringst, dass der Wein erfreue des Menschen Herz und sein Antlitz glänze vom Öl und das Brot des Menschen Herz stärke. Es wartet alles auf dich, dass du ihnen Speise gebest zu seiner Zeit. Wenn du ihnen gibst, so sammeln sie; wenn du deine Hand auftust, so werden sie mit Gutem gesättigt. Verbirgst du dein Angesicht, so erschrecken sie; nimmst du weg ihren Odem, so vergehen sie und werden wieder Staub. Du sendest aus deinen Odem, so werden sie geschaffen, und du machst neu das Antlitz der Erde. Ich will dem Herrn singen mein Leben lang und meinen Gott loben, solange ich bin.

Biblische Lesung (Lk 17, 11-19): Es begab sich, als Jesus nach Jerusalem wanderte, dass er durch das Gebiet zwischen Samarien und Galiläa zog. Und als er in ein Dorf kam, begegneten ihm zehn aussätzige Männer; die standen von ferne und erhoben ihre Stimme und sprachen: Jesus, lieber Meister, erbarme dich unser! Und da er sie sah, sprach er zu ihnen: Geht hin zu zeigt euch den Priestern! Und es geschah, als sie hingingen, da wurden sie rein. Einer aber unter ihnen, als er sah, dass er gesund geworden war, kehrte er um und pries Gott mit lauter Stimme und fiel nieder auf sein Angesicht zu Jesu Füßen und dankte ihm. Und das war ein Samariter. Jesus aber antwortete und spräch. Sind nicht die zehn rein geworden? Wo sind aber die neun? Hat sich sonst keiner gefunden, der wieder umkehrte, um Gott die Ehre zu geben, als nur dieser Fremde? Und er sprach zu ihm: Steh auf, geh hin; den Glaube hat dir geholfen.

Lied: Zehn … singen Sie gerne mit – den Text finden Sie unter dem Video. (Musik und Text 1-3: Manfred Siebald, 4. Siebald/Brandt)

1. Zehnmal lebenslänglich einsam, zehnmal Hoffnungslosigkeit, zehnmal fraß der Aussatz Leib und Seele wund. Bis dann einer ihnen sagte: Dieser Jesus ist nicht weit – der aus Nazareth macht euch vielleicht gesund. Ref.: Zehn – Zehn hat er geheilt und sie fanden es alle wunderbar. Zehn – zehn hat er geheilt, doch nur einen, der dankbar war.

2. Und sie schleppten ihre Zweifel, ihren Glauben wohlverteilt, bis dahin, wo sie von weitem Jesus sah’n. Denn der Ruf von seinen Wundern, war ihm längst vorausgeeilt, und so riefen sie ihn um Erbarmen an. Ref.: Zehn – Zehn hat er geheilt und sie fanden es alle wunderbar. Zehn – zehn hat er geheilt, doch nur einen, der dankbar war.

3. Alle wurden sie gesund, als sie das taten, was er sprach, und sie wussten kaum, wohin mit ihrem Glück, stürzten sich ins volle Leben, holten, was sie konnten, nach, und nur einer kam mit seinem Dank zurück. Ref.: Zehn – Zehn hat er geheilt und sie fanden es alle wunderbar. Zehn – zehn hat er geheilt, doch nur einen, der dankbar war.

4. Zehn bis hundertmal im Leben hab ich Jesus das gebraht, was mein Herz verkrampft und Tränen fließen lässt. Und genausooft hat er mir Mut zum nächsten Schritt gemacht und gezeigt, dass er mich nie allein sein lässt. Zehn – nein hundertmal – hat er mit seiner Hilfe mich bedacht. Und heut ist der Tag, da ich ihm meinen Dank gebracht.

DIese Briefe stammen aus Mai 2020. Die Schutzmaßnahmen vor dem Coronavirus hatten uns alle ein Stück weit isoliert. Auch die Konfis 21 konnten sich nicht zum Konfer treffen. Trotzdem waren sie sich weitgehend einig: Es ging ihnen gut. So konnten sie Gott diese Worte in Brieffom in den Mund legen. Und sich gegenseitig Mut machen – und allen, die sie damals und jetzt lesen. Die neue “Corona”-Normalität verlangt allen noch viel ab. Viele Menschen sind inzwischen erschöpft und merken die Belastungen über die Zeit immer deutlicher. Wir brauchen noch einen langen Atem – Gott hilf uns durchzuhalten – zu Dir kommen wir mit Klage über Bedrohung und Unwirklichkeit und Dank für Bewahrung und Segen.

Christinnen und Christen kommen mit den Zehn, die isoliert waren vom öffentlichen Leben und krank und ansteckend, von denen die biblische Lesung oben erzählt. Ich nenne die, die kommen einmal “Wir”. Wir kommen zu Dir, ewiger Gott und zu Dir, Jesus, Gott als Mensch. Wir kommen zu Dir mit aller Unsicherheit, allen Fragen und auch voll Vertrauen, bei Dir an der richtigen Stelle zu sein. Du hast das Leben in der Hand. Du hast den Überblick, den wir so langsam verlieren. Du hilfst uns, wieder klar zu werden. Wir haben die Sehnsucht, Unklarheit und Ungerechtigkeit, Ohnmacht und Hoffnungslosigkeit bei Dir eintauschen zu können in Lebensschritte. Mit dem einen, der zu Dir zurück kommt, kommen wir schon heute – noch mittem im Heilungsprozess zu Dir zurück. Wir wollen uns nicht kopflos wieder in das Leben stürzen, ohne nachzufragen, woher unsere Heilung kommt. Wir bitten Dich um Klarheit und Boden. Wir hoffen darauf, gut weiter durch zu kommen. Und wir kommen mit Dank. Mit dem Dank, dass wir leben. Mit Dank, dass wir atmen und dass die Ernte gut war. Mit dem Dank für die Sonne und so vielen DIngen, die schön sind! Die Amrumer Konfis 21 übernehmen diesen Dank indem sie sagen:

Danke, dass wir es auf Amrum so schön haben, für den schönen Sommer und dass wir jetzt im Herbst noch so schönes Wetter haben.
Danke, dass wir genug zu Essen haben. Danke für alles, was uns schmeckt!
Danke für Wasser und alles, was wir trinken können.
Danke für unsere Familien.
Danke, dass wir wieder zur Schule gehen dürfen. Danke, dass ich zur Schule gehen darf.
Danke, dass wir in Deutschland so gut durch die Corona-Pandemie kommen. Danke, dass unsere ältere Generation gut geschützt werden konnte und nicht so viele Großeltern verstorben sind, wie zunächst befürchtet wurde.
Danke für die Tiere, die mit uns leben. Wir können für sie sorgen, auch wenn sie krank sind. Bis wir sie manchmal auch in den Tod begleiten müssen. Sie bringen ihre Nachkommen zu uns, wenn sie uns vertrauen. Danke für alles miteinander und für die Nähe und Freundschaft, die sie uns schenken.
Danke dafür, dass wir in einem weltoffenen und tolerantem Land leben. Danke für viele verschiedenen Länder und Kulturen, die wir durch Reisen kennen lernen können. (Wenn Corona das wieder zulässt).

Danke, dass es an Feld- und Wegesrändern blüht:

Matthias Claudius hat diesen Dank in besondere Worte gefasst. Starten Sie das Video und singen Sie den Text unterhalb gerne mit.
1. Wir pflügen und wir streuen den Samen auf das Land, doch Wachstum und Gedeihen steht in des Himmels Hand: Der tut mit leisem Wehen sich mild und heimlich auf und träuft, wenn heim wir gehen, Wuchs und Gedeihen drauf. Ref.: Alle guten Gabe kommt her von Gott dem Herrn, drum dankt ihm, dankt, drum dankt ihm, dankt und hofft auf ihn!

2. Er sendet Tau und Regen und Sonn- und Mondenschein, er wickelt seinen Segen gar zart und künstlich ein und bringt ihn dann behende in unser Feld und Brot: es geht durch unsre Hände, kommt aber her von Gott. Ref.: Alle guten Gabe kommt her von Gott dem Herrn, drum dankt ihm, dankt, drum dankt ihm, dankt und hofft auf ihn!

3. Was nah ist und was ferne, von Gott kommt alles her, der Strohhalm und die Sterne, der Sperling und das Meer. Von ihm sind Büsch und Blätter und Korn und Obst von ihm, das schöne Frühlingswetter und Schnee und Ungestüm. Ref.: Alle guten Gabe kommt her von Gott dem Herrn, drum dankt ihm, dankt, drum dankt ihm, dankt und hofft auf ihn!

4. Er lässt die Sonn aufgehen, er stellt des Mondes Lauf; er lässt die Winde wehen und tut den Himmel auf. Er schenkt uns so viel Freude, er macht uns frisch und rot; er gibt den Kühen Weide und unsern Kindern Brot. Ref.: Alle guten Gabe kommt her von Gott dem Herrn, drum dankt ihm, dankt, drum dankt ihm, dankt und hofft auf ihn!

Gebet: Gott, lass Dir unseren Dank gefallen und lass ihn in uns wirksam werden. Indem wir den Blick auf das Leben behalten in allen Bedrängnissen. Höre unsere Bitten. Wir bitten um eine Zukunft für unsere Erde und für viele Generationen, die auf ihr leben können. Generationen von Pflanzen, Tieren und Menschen. Bleibe Du der Atem des Lebens und lass uns aus dieser Kraft handeln und sein.

Wir bitten gemeinsam: Vater unser im Himmel, geheiligt werde dein Name. Dein Reich komme. Dein Wille geschehe, wie im Himmel – so auf Erden. Unser tägliches Brot gib uns heute und vergib uns unsere Schuld wie auch wir vergeben unsern Schuldigern. Führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen. Denn Dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. AMEN.

 

Vom 23. März bis zum 09. Mai 2020 erklang zum Trost und inneren Stärkung der christlichen Gemeinde jeden Abend auf Amrum um 19 Uhr das Lied: “Der Mond ist aufgegangen” vom/vorm Turm der St. Clemens Kirche. Es fanden sich an jedem Abend Einzelne, die auf Ihrem Spaziergang hier Station machten und mitsangen. Mit diesem kleinen Abendritual konnten wir uns gegenseitig helfen, die Zwangspause von Gemeinschaft durch das Kontaktverbot aufgrund der Corona-Pandemie durchzuhalten. Vom 14. Mai bis zum 24. September erklang es dann gemeinsam vor der Kirche als Abschluss des Gottesdienstes.

Mit den folgenden Dateien können Sie dieses Ritual für sich zu Hause weiter fortführen.

1. Der Mond ist aufgegangen, die goldnen Sternlein prangen am Himmel hell und klar. Der Wald steht schwarz und schweiget, und aus den Wiesen steiget der weiße Nebel wunderbar.

2. Wie ist die Welt so stille und in der Dämmrung Hülle so traulich und so hold als eine stille Kammer, wo ihr des Tages Jammer verschlafen und vergessen sollt.

3. Seht ihr den Mond dort stehen? Er ist nur halb zu sehen und ist doch rund und schön. So sind wohl manche Sachen, die wir gestrost belachen, weil unsre Augen sie nicht sehn.

4. Wir stolzen Menschenkinder sind eitel arme Sünder und wissen gar nicht viel. Wir spinnen Luftgespinste und suchen viele Künste und kommen weiter von dem Ziel.

5. Gott, lass dein Heil uns schauen, auf nichts Vergänglichs trauen, nicht Eitelkeit uns freun; lass uns einfältig werden und vor dir hier auf Erden wie Kinder fromm und fröhlich sein.

6. Wollst endlich sonder Grämen aus dieser Welt uns nehmen durch einen sanften Tod; und wenn du uns genommen, lass uns in’ Himmel kommen, du unser Herr und unser Gott.

7. So legt euch denn, ihr Brüder, in Gottes Namen nieder; kalt ist der Abendhauch. Verschon uns, Gott, mit Strafen und lass uns ruhig schlafen. Und unsern kranken Nachbarn auch!

Gott segne die Ruhe der Nacht und schenke uns Frieden. AMEN

Oder Sie können sich zur Erinnerung und für einen EIndruck von der Aktion folgendes Video ansehen:

Aktuelle Veranstaltungen

Informieren Sie sich doch hier über unser spannendes Projekt “ERZÄHLENDE GRABSTEINE AMRUM”