Willkommen bei der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde St.-Clemens auf Amrum

Gottesdienst an Karfreitag

(Violine: Ingrid Schmanke, Orgel: Anne-Sophie Bunk, Texte: Pastorin Martje Brandt)
In den folgenden Dateien finden Sie die Lieder: Herr, stärke mich Dein Leiden zu bedenken, Kreuz im Weg, Holz auf Jesu Schulter und Bleibet hier und wachet mit mir)

2. Satz aus “italienischem Konzert” von Johann Sebastian Bach

Willkommen zu den Karfreitags-Gottesdienstdateien im Internet, die wir von Amrum aus für Sie zusammengestellt haben. Vieles haben wir neu für Sie gestaltet – sehr bewusst haben wir aber auch einige ältere Videos des letztes Jahres stehen gelassen. So auch das erste Video, das wir überhaupt per Internet weiter gegeben haben: Die Lesung des Evangeliums von Jesu Kreuzigung und Tod. Es ist und bleibt zentral für Christinnen und Christen. Jesus ist am Kreuz gestorben. Für uns. Was für ein Elend. Was für eine Befreiung. Dem größten Geschenk Gottes an unser Leben gilt auch die Arbeit, die in diesem Jahr in die Dateien geflossen sind, besonderen Dank an Ingrid Schmanke, die wir an der Violine erleben dürfen, weil sie für eine Zeit auf Amrum lebt. Gemeinsam konnten wir auf den Karfreitag zugehen. Gehen Sie durch die Dateien gerne mit.

Begrüßung und Einleitung – auch im Video:

aus Psalm 22:

Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?

Ich schreie, aber meine Hilfe ist ferne.

Mein Gott, des Tages rufe ich, doch antwortest du nicht, und des nachts, doch finde ich keine Ruhe.

Alle, die mich sehen, verspotten mich, sperren das Maul auf und schütteln den Kopf.

Sei nicht ferne von mir, denn Angst ist nahe.

Meine Kräfte sind vertrocknet und du legst mich in des Todes Staub. Sie teilen meine Kleider unter sich und werfen das Los um mein Gewand. Aber du, Herr, sei nicht ferne; meine Stärke, eile, mir zu helfen.

Lied. Herr, stärke mich, Dein Leiden zu bedenken (Text unterhalb des Videos)

1. Herr, stärke mich, dein Leiden zu bedenken, mich in das Meer der Liebe zu versenken, die dich bewog, von aller Schuld des Bösen uns zu erlösen.

4. Gott ist gerecht, ein Rächer alles Bösen; Gott ist die Lieb und lässt die Welt erlösen. Dies kann mein Geist mit Schrecken und Entzücken am Kreuz erblicken.

5. Seh ich dein Kreuz den Klugen dieser Erden ein Ärgernis und eine Torheit werden: so sei’s doch mir, trotz allen frechen Spottes, die Weisheit Gottes.

Gebet – Jesus Christus, in der Zeit deines Leides bitten wir für Menschen, die leiden: Für alle, die unter der Pandemie leiden. Sei es, dass sie an Covid 19 erkrankt sind – und um das Leben kämpfen oder sich mit der Angst der anderen vor ihnen auseinandersetzten müssen. Sie es, dass die um Menschen trauern, die an Covid 19 verstorben sind, oder die sich Sorgen machen um ihre Zukunft -wirtschaftlich existentiell oder mitten in der Einsamkeit auf der Suche nach Anschluss und Aufgehobenheit. Wir bitten für Menschen, deren Regierungen nicht handlungsfähig sind in dieser Krise und für die Menschen, auf die geschossen wird, weil sie für Grundrechte demonstrieren. Wir bitten für alle, die das tägliche Brot, den täglichen Reis, das tägliche Wasser nicht haben. Die Vorstellung ist kaum auszuhalten. – Ja, da stehen Kreuze im Weg. Kreuze, die aufgerichtet werden – so oft von Menschen und ihrer Machtgier. Dein Sohn hat an einem solchen Kreuz gelitten. Zeig uns Wege. Lass die Kreuze Wegkreuze werden, so dass wir gemeinsam in eine Zukunft gehen können. Geh du mit den Kreuzen der Welt durch alle finsteren Täler. Deine Kraft brauchen wir. Die Gewissheit, dass Du da bist, stärkst und trägst.

Lied: Kreuz im Weg (Text unter dem Video)

1. Wo kommt die Hoffnung – unter die Räder – Wo steht ein Kreuz im Weg ein Wegkreuz, das bewegt, das bewegt, das bewegt.

2. Wo fällt die Liebe – aus allen Wolken – Wo steht ein Kreuz im Weg ein Wegkreuz, das bewegt, das bewegt, das bewegt.

3. Wo wird das Leben – festgenagelt – Wo steht ein Kreuz im Weg ein Wegkreuz, das bewegt, das bewegt, das bewegt.

4. Wo wird das letzte – Hemd verhökert – Wo steht ein Kreuz im Weg ein Wegkreuz, das bewegt, das bewegt, das bewegt.

 

Lesung: Karfreitagsevangelium – Johannes 19, 16-30 (im folgenden Video, Lesung: Hans-Peter Traulsen)

Im folgenden Video musizieren Ingrid Schmanke und Anne-Sophie Bunk den 1. Satz (Adagio) aus der Sonate e-moll von J.S.Bach. Während und nach den Proben malte  Anne-Sophie Bunk innerlich und auf Papier das Bild, das gemeinsam mit der Musik im Video präsentiert wird.

Impuls: Der Lärm der Menge vom “Kreuzige ihn” bis zur Kreuzigung verebbt. Schreie ersterben. Jesus neigt sein Haupt und verschied. Gottes Sohn. Unschuldig den Menschen ausgeliefert, die des Menschen größter Feind sind. Gott, der die Menschen liebt – auch dann noch. “Vater verzeih ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun.” Es ist vollbracht. Aber dann bleibt es nicht leise und freundlich hell. Grollen und Finsternis, der Vorhang im Tempel zerreißt. Die Kräfte Gottes, die nicht einverstanden sind, mit dem, was da geschah, melden sich schon sehr bald. Und mittendrin – fast wie auf einer ruhigen Insel – der knieende Hauptmann vor dem Kreuz – dem Ort der Folter, der zum Ort des Gebets werden wird. Vielleicht gerade durch ihn. Mitten vor dem Kreuz – dem Ort der Gotteserkenntnis. Von dort aus ist Vertrauen möglich, Umkehr und neues Leben. So wird das Kreuz zum Baum des Lebens.

Lied: Holz auf Jesu Schulter (Text unter dem Video)

1. Holz auf Jesu Schulter, von der Welt verflucht, ward zum Baum des Lebens und bringt gute Frucht. Kyrie eleison, sieh, wohin wir gehen. Ruf uns aus den Toten, lass uns auferstehn.

2. Wollen wir Gott bitten, das auf unsrer Fahrt Friede unsere Herzen und die Welt bewahrt. Kyrie eleison, sieh, wohin wir gehen. Ruf uns aus den Toten, lass uns auferstehn.

3. Denn die Erde klagt uns an bei Tag und Nacht. Doch der Himmel sagt uns: Alles ist vollbracht! Kyrie eleison, sieh, wohin wir gehen. Ruf uns aus den Toten, lass uns auferstehn.

4. Wollen wir Gott loben, leben aus dem Licht. Streng ist sein Güte, gnädig sein Gericht. Kyrie eleison, sieh, wohin wir gehen. Ruf uns aus den Toten, lass uns auferstehn.

5. Denn die Erde jagt uns auf den Abgrund zu. Doch der Himmel fragt uns: Warum zweifelst du? Kyrie eleison, sieh, wohin wir gehen. Ruf uns aus den Toten, lass uns auferstehn.

6. Hart auf Deine Schulter, lag das Kreuz, o Herr, ward zum Baum des Lebens, ist von Früchten schwer. Kyrie eleison, sieh, wohin wir gehen. Ruf uns aus den Toten, lass uns auferstehn.

 

Weil das Kreuz zum Baum des Lebens wird und trotzdem die tiefste Tiefe hält, ist der Ort vor dem Kreuz der Ort des Gebets geblieben. 
Fürbittengebet – im folgenden Video jede Klage wird abgeschlossen mit dem Satz: “Wir brauchen Halt – wir fragen Dich.”

Vater unser im Himmel, geheiligt werde dein Name, dein Reich komme, dein Wille geschehe wie im Himmel so auf Erden. Unser tägliches Brot gib uns heute und vergib uns unsere Schuld wie auch wir vergeben unsern Schuldigern. Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen .Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.

Segensbitte

Wenn der Weg unter meinen Füßen wankt, reich mir die Hand und halt mich fest.

Wenn ich keinen Boden mehr unter den Füßen spüre, stelle mich auf festen Grund.

Wenn die Erde sich auftut, um mich zu verschlingen, bleib mit Deiner Liebe bei mir und trag mich.

Bleibe bei mir mit Deinem Segen. AMEN

Lied zum Hören mit Mitsingen: Bleibet hier und wachet mit mir – wachet und betet!

Aktuelle Veranstaltungen

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